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09.03.2019 19:49 Alter: 274 days
Kategorie: Psychologie/Philosophie, Veranstaltungen

Philosophie-Vortrag von Prof. DDr. Daniel von Wachter


Hat der Mensch einen freien Willen? Hatte ich einen freien Willen, diesen Bericht zu schreiben? Zum Glück kam Prof. DDr. Daniel von Wachter bei seinem Vortrag über genau jene erste Frage zum Schluss: Ja, der Mensch besitzt einen freien Willen.

Am Aschermittwoch, den 6. März 2019 hatten die 8. Klassen unserer Schule abermals die Ehre, den Direktor der Internationalen Akademie für Philosophie (IAP) im Fürstentum Liechtenstein bei uns begrüßen zu dürfen. Er versuchte uns, über die am Anfang gestellte, höchst brisante Frage aufzuklären. Doch wie so viele, so große Fragen der Philosophie – Prof. Daniel Geiger sprach bei seiner Anmoderation treffend von einem „Evergreen“ – kann auch diese nicht in ein oder zwei Sätzen beantwortet werden und selbst die zwei hierzu vorgesehenen Schulstunden wurden ihr wohl kaum gerecht.

Prof. DDr. von Wachter referierte zunächst über Sucht, Triebe und wie bei diesen der freie Wille des Menschen ins Spiel kommt. Mit anschaulichen Beispielen und überaus interessanten Ausführungen leitete er uns sodann zur Konklusion, dass der Mensch, nach seinem Dafürhalten, einen freien Willen besitzt und dass darüber hinaus eine Abwesenheit desselben für unser Leben fatale Folgen hätte.

Warum sollte man sich etwa bemühen, wenn man gar nicht anders zu handeln vermöchte, als man handelt, man selbst gar nicht die letzte Quelle seiner Handlungen wäre, man selbst gar nicht die Kontrolle über sein Handeln ausüben oder aus Gründen handeln könnte? Ein Grund – so zeigte Prof. DDr. von Wachter ferner –, warum viele Philosophen gegenwärtig die Idee der Willensfreiheit ablehnten, sei der Determinismus, welcher seine Blütephase im 19. Jahrhundert erlebt habe: Ihm zufolge würden alle Ereignisse durch vorangegangene Ereignisse kausal erzwungen und es könne grundsätzlich keine anderen Ereignisse geben.

„All events have their necessity in things antecedent“, schrieb Thomas Hobbes bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Der Vortragende machte dagegen zwei Einwände geltend. Zum einen könne es probabilistische Vorgänge geben – wie beispielsweise den radioaktiven Zerfall eines Teilchens –, wie die Quantenmechanik bestätigt habe. Und zum anderen seien physische Vorgänge selbst dann, wenn sie nicht probabilistisch sind, aufhaltbar, was man daran erkennen könne, dass physische Vorgänge einander oftmals kreuzen und dass dann einer oder beide durch den anderen abgebrochen werden würden.

Am Ende des Vortrags stand der Direktor der IAP noch einigen wenigen SchülerInnen Rede und Antwort und widmete sich jenen auf den Herzen brennenden Angelegenheiten, die die SchülerInnen vorlegten. So war letztendlich jeder und jede zufrieden und konnte wieder dem Nachgehen, was sein freier Wille gebietet. (David Tartarotti, 8bn)