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07.02.2019 15:01 Alter: 304 days
Kategorie: Exkursionen, Geschichte, Veranstaltungen

„Stell dir vor es wären Wahlen und keiner geht hin“ - Vortrag von Peter Filzmaier


Am Dienstag, dem 5.2. 2019 schwänzten 30 äußerst interessierte SchülerInnen des BORG den Vormittagsunterricht, um im Landhaus einen Vortrag mit dem (angesichts der am 26. Mai 2019 stattfindenden Wahlen zum EU-Palament) aktuellen Titel „Stell dir vor es wären Wahlen und keiner geht hin.“ des unter anderem für den ORF arbeitenden Politikwissenschaftlers und Kommunikationsanalytikers Peter Filzmaier zu besuchen.

In seinem circa einstündigen Vortrag mit anschließender Fragerunde erörterte Filzmaier die Gründe für die geringe Wahlbeteiligung bei den letzten Wahlgängen zum Parlament der EU. Die Wahlbeteiligung beim letzten Urnengang 2014 ist für Filzmaier besorgniserregend. Österreich lag damals mit 45,4% Wahlbeteiligung nur um knapp drei Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt.

In Vorarlberg war die Wahlbeteiligung nochmals deutlich geringer. Eine wesentliche Besserung hält der Experte bei den diesjährigen Wahlen für unwahrscheinlich. Als Gründe für diese niedrige Partizipation führt Filzmaier unter anderem das Fehlen einer „EU-ropäischen“ Identität an. Aber auch das Interesse der Parteien für diese Wahl halte sich in Grenzen.

So erklärt er etwa, dass bei der Nationalratswahl 2017 die Volkspartei die Wahlkampfkostenobergrenze von 7 Millionen Euro deutlich überschritten habe. Diesem Limit kämen bei dieser Wahl keine Parteien nahe. Auch den Medien schreibt er eine gewisse Verantwortlichkeit zu. Da die Wahlbeteiligung und das Interesse für diese Wahl so gering seien, würden auch die Medien nicht über eine Wahl berichten, die für mehr als die Hälfte der ÖsterreicherInnen keine Rolle spielt. Aus diesen Gründen sei diese Wahl eine „second order election“ also eine „Wahl zweiter Ordnung“. Filzmaier, der sich persönlich zur EU bekennt, richtete zum Schluss noch den Appell, die SchülerInnen mögen doch wählen gehen und andere dazu motivieren.

Im Anschluss wurde den Anwesenden noch die Möglichkeit geboten, Fragen an Filzmaier und den Landtagspräsidenten Harald Sonderegger zu richten. Dabei zeigte sich der Schulsprecher des BORG Egg Marco Jochum besonders interessiert und fragte etwa, wie der Unterricht in Politischer Bildung zu gestalten sei und ab wann dies sinnvoll sei, worauf der Politikwissenschaftler mit einem Plädoyer für ein frühes Heranführen an politische Inhalte antwortete.

Schlussendlich wurde, zur großen Freude aller, den SchülerInnen ein Buffet zur Verfügung gestellt, welches von allen ausgiebig genutzt wurde. Pünktlich zur ersten  Nachmittagsstunde um 14 Uhr fanden sich alle wieder im BORG ein. (Valentin Paluselli, 7bn)